REGE: Wir haben keinen Dukatensch******

Die Hilfebedürftigkeit und die Mittellosigkeit in der Coronakrise steigt. Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen völlig mittellos sind, wenden sich an die REGE mit der Bitte um Hilfe. Leider meinen viele von ihnen, wir würden über ein Tier aus dem Bereich der Sagen und Märchen verfügen, welches Geld als Stoffwechselendprodukt ausscheidet. Sie wissen nicht, dass unsere Mitgliedsbeiträge begrenzt sind. Sie wissen nicht, dass wir immer noch auf die freiwilligen Leistungen der Stadt Reinheim in Höhe von 260 € für das Jahr 2019 warten müssen.

Aber das läuft alles streng nach Recht und Gesetz ab. Die Stadt Reinheim darf die REGE als gemeinnützigen Verein mit einer jährlichen Zuwendung unterstützen. Die REGE ist der Stadt Reinheim für ihre Großzügigkeit in Höhe von 260 € für mildtätige Zwecke sehr dankbar.

Alle Versuche, diese freiwilligen Leistungen für gemeinnützige Verein wie die REGE im Stadtparlament zu erhöhen, scheiterten bis heute.

Jährlich spendet der Edeka Lajos der REGE mehrere Gutscheine, welche dabei helfen, die Not in Reinheim zu lindern.

Der Vorstand der REGE ist dem Lajos Markt Reinheim sehr dankbar, dass er in der Coronakrise der REGE nochmals 4 Gutscheine a 50 € zur Verfügung stellte. Der Lajos Markt schließt eine Lücke, welche die Zuwendung der Stadt Reinheim offen lässt.

Die REGE hat im September ein Gespräch mit dem Reinheimer Bürgermeister. Da werden wir auf unsere Situation aufmerksam machen. Hilfe können wir da kaum erwarten, denn Gesetz ist Gesetz und die finanzielle Lage der Stadt Reinheim wird sich durch die Coronakrise kaum verbessern. So ist es halt.

 

Der REGEvorstand

REGE: Vermenschlicht die Coronakrise das Jobcenter?

In Zeiten der Coronakrise traten zahlreiche Lockerungen für die Bezieher von Leistungen zur Sicherung in Kraft. Diese gelten auch für Darmstadt-Dieburg. Die Mitarbeiter der Jobcenter sind leider nur schwer zu erreichen. Andererseits wird auf die lästigen Besuche in Kranichstein verzichtet. Dies senkt wiederum die Sanktionsquote.

Das ist eine erfreuliche Nachricht. Denn die meisten Sanktionen erfolgen aufgrund fehlender Direktverbindung von Reinheim nach Darmstadt-Kranichstein. Eine Leistungskürzung von zehn Prozent, weil Bus und Bahn nicht mitarbeiten wollen.

Die Krise zeigt sich in steigende Fallzahlen der Jobcenter. Allein im März wuchs die Zahl der Hilfebdürftigen von 9020 auf 9408. Die Sachbearbeiter der Sozialbehörden im Landkreis Darmstadt-Dieburg arbeiten unter Hochdruck

Aber die Coronakrise scheint auch die längst operativ entfernte Menschlichkeit in den Sozialbehörden wieder zurück ins Leben gerufen zu haben.

Dieser Reinheimer ist seit September 2019 arbeitslos, direkt danach wurde er krank geschrieben und ist nicht mehr vermittelbar. Er lebte seit September 2019 von seinen Ersparnissen. Ein Bankkonto erhält er von der Bank nicht, eine Meldeadresse gibt es auch nicht. Er ist praktisch obdachlos.

In die angebotene Reinheimer Notunterkunft einzuziehen, dagegen wehrt er sich mit Händen und Füßen. Sehr verständlich, denn die Zustände dort sind ein einziges Trauerspiel. Schwere Alkoholiker und die Konsumenten anderer Drogen geben sich dort die Klinke in die Hand. Von der Kleinkriminalität wird erst gar nicht gesprochen. Der Reinheimer Bürger schläft lieber auf der Straße.

Seine Ersparnisse sind mittlerweile aufgebraucht. Nun muss er sich auch die Ränge der HartzIV-Betroffenen einreihen. Er weiß von den Schikanen, die ihm bevorstehen, seine Scham war groß. Die REGE stand ihm bei. Der Sachbearbeiter der KFB reagierte überraschend menschlich. Trotz der schon erwähnten Probleme, gewährte er dem Reinheimer ab Mai jeden Monat sein Geld. Er akzeptierte, dass dies über die REGE gemanagt wurde.

Der Sachbearbeiter sorgte dafür, dass dieser Reinheimer wenigstens das Existenzminimum bekommt. Am 25. Mai erhielt er sein Geld, welches ihm nach monatelanger Not die Möglichkeit gibt, wieder ein wenig am Leben teilhaben zu können.

Es sieht auch so aus, dass er bald eine eigene Wohnung bekommen könnte, weit entfernt von dem Abgrund der Reinheimer Notunterkünfte. Seine Dankbarkeit gegenüber dem Sachbearbeiter lässt sich kaum in Worte fassen.

 

Der REGEvorstand

Das Coronavirus trifft in Deutschland vor allem die Armen

Die Schwächsten der Gesellschaft leiden am meisten unter dem Coronavirus. Deutschlandweit gab es zuletzt dutzende, teils hunderte Neuinfektionen in Gemeinschafts- und Flüchtlingsunterkünften. Doch das Phänomen geht darüber hinaus, wie Nachfragen unserer Redaktion bei Medizin- und Armutsexperten zeigen.

Mehr aktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie hier

Die Kurve flacht ab. Die erste Welle der Coronavirus-Pandemie in Deutschland scheint vergleichsweise glimpflich verlaufen zu sein. Doch trotz langsamer Rückkehr in die Normalität liegen nach wie vor Corona-Infizierte in Deutschlands Kliniken und Intensivstationen. Hunderte kämpfen gegen das Virus. Und immer wieder flackern Hotspots auf, Orte in denen die Zahl von Neuinfektionen in die Höhe schnellen.

„Insgesamt sehen wir nach zwei Monaten Behandlung von COVID-19-Patienten, dass es eine sehr starke soziale Komponente bei dieser Krankheit gibt“, sagte Cihan Çelik am Wochenende der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Çelik ist Arzt auf einer COVID-19-Isolierstation am Klinikum Darmstadt und betont: „Gerade Patienten, die zu Minderheiten gehören und sozial schwach sind, sind bei der Morbidität und der Mortalität am stärksten betroffen.“

Was steckt dahinter? Erkranken und sterben in Deutschland wirklich vor allem arme Menschen am Coronavirus – trotz sozialem Krankenversicherungssystem und guter ärztlicher Versorgung? Unsere Redaktion hat bei Kliniken und Experten nachgefragt.

In den Antworten wird klar: Daten zum sozioökonomischen Hintergrund von Corona-Infizierten und -Toten in Deutschland gibt es nicht. Fachleute erkennen allerdings eine deutliche Tendenz.

Lesen Sie auch: Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in unserem Live-Blog

Butterwegge: „Wer arm ist, muss eher sterben“

„Wer arm ist, muss eher sterben – das galt auch schon vor dem Coronavirus“, sagt der Politikwissenschaftler und Armutsforscher Christoph Butterwegge im Gespräch mit unserer Redaktion. Butterwege steht der Linkspartei nahe und macht seit Jahren auf die steigende Ungleichheit in Deutschland aufmerksam.

„Die Einkommens- und Finanzschwachen sind besonders betroffen, weil sie oft auch zu den Immunschwachen gehören“, erklärt Butterwegge. Er und Mediziner verweisen dabei auf Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zum Einfluss des sozialen Status auf die Gesundheit und Lebenserwartung.

Das RKI schreibt dazu auf seiner Internetseite: „Personen mit niedrigem Sozialstatus sind vermehrt von chronischen Krankheiten, psychosomatischen Beschwerden, Unfallverletzungen sowie Behinderungen betroffen. (…) Die Effekte der sozialen Benachteiligung kumulieren im Lebensverlauf und finden demzufolge auch in der vorzeitigen Sterblichkeit einen deutlichen Ausdruck.“

Das soziale Umfeld spielt eine Rolle

Doch gilt das ebenso und insbesondere für das Coronavirus? „Bei SARS-CoV-2 und COVID-19 scheint das soziale Umfeld eine Rolle zu spielen“, erläutert Tobias Kurth, Professor für Bevölkerungsgesundheit und Epidemiologie sowie Direktor des Institute for Public Health der Berliner Charité, unserer Redaktion. Bestimmte Arbeitsbedingungen und Lebensverhältnisse würden Infektionen begünstigen, wie etwa die Situation in den Schlachthöfen mit ihren engen Lebensverhältnissen.

In mehreren fleischverarbeitenden Betrieben war es in den vergangenen Wochen zu Ausbrüchen des Coronavirus gekommen, darunter in Bad Bramstedt, Bogen, Dissen, Coesfeld und Birkenfeld. Dazu kommen Infektionsherde in Gemeinschafts- und Sammelunterkünften für Geflüchtete, wie etwa in St. Augustin, Ellwangen und Rosenheim. Bewohner und Mitarbeiter trifft die Erkrankung gleichermaßen.

Das Virus könne sich rasch ausbreiten, wenn es einmal in die Unterkunft gelangt sei, sagte der Bielefelder Forscher Kayvan Bozorgmehr der Deutschen Presse-Agentur. Er hat in einer Studie das Ansteckungsrisiko in Flüchtlingsunterkünften untersucht.

Kleine Räume für mehrere Personen, Gemeinschaftsküchen, wenige Toiletten und Duschen für viele Bewohner seien in der Pandemie hochproblematische Lebensbedingungen, betonte der Gesundheitswissenschaftler. Die nötige strikte Isolierung infizierter Flüchtlinge von Nicht-Infizierten sei aus räumlichen Gründen oft nicht möglich.

Repräsentative Daten fehlen

Dass sich das Virus unter jenen schnell ausbreitet, die auf engstem Raum zusammenleben, liegt nahe. Aber betrifft das auch Hartz-IV- oder Sozialhilfeempfänger, die in den meisten Fällen in normalen Wohnungen leben?

„Uns fehlen repräsentative Daten aus der Bevölkerung, um eine allgemeine Aussage zum Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Hintergrund eines Patienten und seiner COVID-19-Erkrankung machen zu können“, erklärt Epidemiologe Kurth. Wenn allerdings bestimmte soziale Gruppen oder Berufsfelder vom Coronavirus besonders betroffen wären, „wäre uns dies schon aus den vorhandenen Daten aufgefallen“, ergänzt er.

Am Klinikum Rechts der Isar der TU München werde der sozioökonomische Status von Corona-Patienten ebenso wenig systematisch erhoben. „Weil er im Grunde für die Qualität der Behandlung auch nicht erheblich ist“, wie der Infektiologe Christoph Spinner auf Anfrage unserer Redaktion erklärte.

Ähnlich antwortete das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Gegen die Erhebung würden auch datenschutzrechtliche Bedenken und die geringe Fallzahl sprechen. Man vermute aber einen generellen Zusammenhang. Selbst international gebe es derzeit laut Kurth keine wissenschaftlichen Publikationen, die sich dem Thema widmet.

Was es aber gibt, sind starke Hinweise, nicht zuletzt aus den USA. So veröffentlichte die Gesundheitsbehörde von New York am Montag die Corona-Todesrate nach Postleitzahl. Die Daten zeigten eine dramatische Ungleichheit, schrieb der Vorsitzende des örtlichen Gesundheitsausschusses, Mark D. Levine, auf Twitter. Die Todesrate in ärmeren Gegenden, wo viele Schwarze leben, sei „mehr als zehn Mal höher als in wohlhabenderen Gegenden“.

„Das Virus macht keinen Unterschied nach sozioökonomischem Status“

Einen Grund dafür sieht der Armutsforscher Butterwegge bei den Vorerkrankungen: „Die sind bei Armen in der Regel ausgeprägter als bei Wohlhabenden.“ Diese Sicht teilt der Darmstädter Klinikarzt Çelik.

Er sagte der FAZ: „Fettleibigkeit kann zu einem schweren Verlauf führen, das ist vor allem in sozial schwachen Schichten ein Problem, genau wie ein Mangel an gesundheitlicher Aufklärung, an gesunder Ernährung, an Sport.“ Symptome werden ihm zufolge auch oft erst später erkannt oder ernst genommen.

Charité-Epidemiologie Kurth sieht hingegen keine Vorerkrankung die „hervorsticht“. Er betont: „Egal ob Übergewicht, Asthma oder andere Lungenvorschäden: Es gibt nicht die Vorerkrankung, die den Verlauf deutlich negativ beeinflusst.“ Ein Risikofaktor sei allerdings das Alter, wahrscheinlich auch das männliche Geschlecht.

Und: „Das Virus macht keinen Unterschied nach sozioökonomischem Status“, sagt Kurth. Die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren, ist bei jedem Menschen gleich. Wie dann aber das Virus wirkt, hängt von individuellen Umständen ab.

 

Quelle: https://web.de/magazine/news/coronavirus/coronavirus-trifft-arme-menschen-deutschland-34719668

REGE: Ich wollte Fußballprofi werden …

Ich bin über 20 und galt in jüngeren Jahren als Fußballtalent. Viele sagten mir, ich könne mit Fußball viel Geld verdienen. Dann kam alles anders.

In einem hessischen Verein in der Bundesliga herrschte ein gnadenloser Konkurrenzkampf. Eltern gegen Trainer, Trainer gegen Spieler, Fußballberater gegen alle – und ich mitten drin. Um sich in der B Jugend behaupten zu können, muss man sein gesamtes Privatleben auf ein Ziel ausrichten – Fußballprofi werden.

Darunter litten meine schulischen Leistungen. Meine Eltern brachten viele Opfer mich, damit ich an fünf Tagen in der Woche an dem Training teilnehmen konnte.

Irgendwann war mir der Konkurrenzkampf zu viel. Mein Vater starb. Ich wechselte wieder zurück zu meinem Heimatverein und lernte einen Beruf. In der Krise verlor ich meine Arbeit und meine finanzielle Basis. Meine Fußballträume waren schon lange ausgeträumt. Ich konnte die April und Maimiete nicht zahlen. Der Vermieter drohte mit Kündigung.

Ich brauche dringend Hilfe.

Ein Fußballtrainer schickte mich zu Werner Bischoff von der REGE, der Verein hilft mir nun Hartz IV zu bekommen.

Meine Bundesligaträume sind beendet. Bedenkt diese Geschichte, liebe Eltern, wenn ihr eure Kinder in die Bundesliga bringen wollt. Von 100 Kindern kann bestenfalls eines davon mal später leben. Der Rest erlebt Geschichten, wie ich sie heute erzähle.

 

Ein früheres Fußballtalent …

Bundesrat sitzt Hartz IV-Corona-Zuschlag aus

Antrag im Bundestag und im Bundesrat abgelehnt

Die Zeit für Millionen von Hartz IV Beziehern drängt, doch die Länder sehen keine Eile. Der Antrag von drei Bundesländern auf einen befristeten Corona-Zuschuss wurde heute abgelehnt. Stattdessen wurde der Antrag in die Ausschussberatungen verschoben. Bis es dort Ergebnisse gibt, ist die Pandemie vielleicht schon vorbei.

Bereits im Bundestag hatten die Grünen einen Antrag für die Zeit der Corona-Pandemie einen Hartz IV Zuschlag von 100 EUR an jeden Leistungsberechtigten zu zahlen, abgelehnt. 451 Abgeordnete lehnten den Antrag in namentlicher Abstimmung ab. 70 Parlamentarierer enthielten sich der Stimme und nur 128 stimmten dafür. Im Bundesrat wurde ein ähnlicher Antrag der Länder Berlin, Bremen und Thüringen abgelehnt. Das Thema solle nun in den Ausschüssen beraten werden, hieß es.

Aussitzenmanier par excellence

“Aussitzenmanier par excellence”, kritisierte Inge Hannemann (Linke) die Ablehnung. “Armut hat keine Eile. Das ist so beschämend und ein absolutes unsoziales Verhalten. GemeinsamStark als Pamphlet in der Coronakrise.” Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach kritisierte die Ablehnung ebenfalls. “Der Antrag lagert nun in Ausschüssen. Doch die Zeit drängt für einen sozialen Rettungsschirm, den ein Existenzminimum nicht mehr gesichert!”

Keine Hotels für Obdachlose

Auch abgelehnt wurde ein Antrag der Grünen, leerstehende Hotels für die Unterbringung von Obdachlosen zu nutzen, damit diese besser vor einer Corona-Infektion geschützt sind. Lediglich die Linken und die Grünen stimmten dafür. AfD, CDU/CSU und SPD waren dagegen. Die FDP enthielt sich abermals.

Quelle: Gegen Hartz IV

REGE: Hilferufe

  • Mir geht es schlecht. Ich brauche die Hilfe der REGE. Seit zwei Monaten sitze ich ohne Arbeit zu Hause. Ich brauche einen Gutschein für Essen.“ (Mutter. Verheiratet. 3 Kinder)
  • Im April verdiente ich (ohne Provision) nur 1100 €. Sonst ca 1500. Meine Frau und ich können die Miete nicht mehr zahlen. Kann die REGE beim Ausfüllen helfen? Wir verstehen das nicht.(Familie aus einer Nachbargemeinde von Reinheim)
  • Ich bin ganz unten. Mir droht die Obdachlosigkeit nach der Arbeitslosigkeit. Habe ALG 1 Anspruch und brauch aufstockend Hartz IV. Was muss ich machen, um leben zu können? Könnt ihr helfen? (56 Jahre alter Reinheimer)
  • Wir sollen als ehemalige Selbständige die kurzfristige Erfolgsrechnung unseres abgemeldeten Unternehmens vorlegen. Man droht mit Zahlungsverweigerung. Wir wissen nicht, was wir machen sollen.“ (Reinheimer Ehepaar, 2 Kinder)
  • „Wir warten schon 3 Monate auf Wohngeld und Kinderzuschlag. Uns fehlen jeden Monat 200 €. Ich verstehe nicht, was die Wohngeldstelle und die Familienkasse noch von uns wollen. Wir haben bald nichts mehr zum Leben!“ (alleinerziehende Mutter dreier Kinder)
  • Bin mit 5 € brutto entlassen worden. Die Ausländerbehörde Da/DI fordert uns auf, Deutschland zu verlassen. Wir sind doch Europäer! Das kann doch nicht sein. Wir brauchen eure Hilfe…“ (Ehepaar, drei Kinder)
  • Wegen 7 € will mir die KfB die Leistung wegen fehlender Mitwirkung einstellen. Wir wissen nicht mehr weiter.“ (Alleinerziehend, zwei Kinder)
  • Ich bin in Kurzarbeit. Anstatt 1700 € mit Überstunden bekam ich im April gerade mal 700 €. Das reicht bestenfalls für die Miete. Ich muss HartzIV beantragen. Ich brauche eure Hilfe.“ (Ehepaar, 4 Kinder)
  • Ich bin von meinem Arbeitgeber auf ein minimales Einkommen gesetzt worden. Davon kann ich gerade die Miete zahlen. Ich brauche HartzIV.“(60 Jahre alte Reinheimerin)

Das sind nur die die Hilferufe der vergangenen drei Wochen. Langsam brauchen auch wir Hilfe. Denn auch wir schaffen das bald nicht mehr.

Nur … wer hilft uns denn?

Die Stadt?

Der Landkreis?

Das Land?

Bis jetzt fühlt sich dazu niemand berufen.

Der REGEvorstand

 

REGE: PC-Antrag

Die digitale Kompetenz ist das Wissen und die Anwendung von digitalen Werkzeugen – so die Theorie.

Die Realität sieht so aus, dass die Schulkinder der hilfebedürftigen Familien für die Anschaffung eines internetfähigen PCs mit Drucker und Papier einen Zuschuss von 150 € pro Kind bekommen können.

 

Für die meisten Familien ist das ein schlechter Witz. Wie sollen sie von ihrem ohnehin knapp bemessenen Regelsatz ihren Kinder für 150 € einen PC kaufen? In Reinheim sind immerhin 400 Kinder von HartzIV betroffen.

Selbst wenn die Schulen in der nächsten Zeit öffnen, wird für viele Kinder der Unterricht weiterhin auf digitalem Wege in der eigenen Wohnung stattfinden. Und da sind die von HartzIV betroffenen Kinder denen gegenüber benachteiligt, deren Eltern sich ohne Probleme diese digitalen Zugangsmöglichkeiten leisten können. HartzIV ist eine auf legalem Wege erzwungene Armut und nun bald auch eine auf legalem Wege erzwungene mangelnde Schulbildung.

Dennoch sollte man schnellstens diesen am Anfang erwähnten Zuschuss im Jobcenter des Landkreises Darmstadt-Dieburg beantragen. Auch wenn die KfB sagt, ihnen liege noch keine Verordnung über den Umgang mit diesem Antrag 150 € digitales Werkszeug vor- und solange keine Verordnung vorliegt, werde darüber nicht beschieden.

Kommen Sie zur REGE. Wir helfen.

 

Der REGEvorstand

REGE: Vorerst keine Tafel in Reinheim

Die REGE wollte in Reinheim Antrieb einer Tafelbewegung sein. Gerade in Reinheim wäre es notwendig, hält Reinheim doch die traurige Spitzenposition in der Armut des Landkreises Darmstadt-Dieburg
Laut Vertretern der Tafelbewegung in der Nachbargemeinde Groß-Bieberau, deren Tafel wöchentlich jeden Freitag öffnet, kommt etwa die Hälfte der dortigen Besucher aus Reinheim.
Etwas Ähnliches wollte wir für den Mittwoch in Reinheim. Schon da hieß es seitens der großen Lebensmittelketten, wenn sich in Reinheim eine Tafel gründe, spende man der Tafel in Groß-Bieberau nichts mehr.
Dann kam die Coronakrise.
Seitdem hat sich die Welt für die REGE radikal geändert. Uns erreichen Hilferufe in ungeahnten Ausmaßen. Vor allem von Menschen, die als Leiharbeiter für 11 € bei renommierten Reinheimer Unternehmern beschäftigt waren und sich jetzt in Kurzarbeit für 6,60 € wiederfinden – sie und 10 Millionen Menschen in Deutschland.
Wie sollen sie leben? Wie sollen sie ihre Miete zahlen? Der einzige Ausweg sind die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem SGB II. Soll heißen, Hartz IV. Diese Hilfe hat Vorrang in der REGE. Niemand weiß wie lang die Pandemie noch dauert. Aber wir sind nur wenige und können uns nicht verteilen.
Wir müssen daher die Tafelbewegung in Reinheim vorerst aufgeben. Egal wie dringend Reinheim diese benötigt. Unsere einzige Hoffnung ist nun, dass sich ein Leser dieser Zeilen dazu ermutigt fühlt, das Zepter für eine Tafel in die Hand nehmen und sich mit einer Tafelgründung in Reinheim zu beschäftigen. Falls dabei beratende Hilfe benötigt wird, könnten wir diese leisten.
Der REGEvorstand

Arbeitslosenzahlen steigen dramatisch an

Starker Anstieg bei Arbeitslosenzahlen und Kurzarbeit

Die offiziellen Arbeitslosenzahlen sind bekanntlich immer differenziert zu betrachten. Viele Erwerbslose tauchen in den Statistiken nicht auf. Darauf haben wir in mehreren Artikeln immer wieder hingewiesen. Aber auch die offiziellen Daten geben einen ersten Ausblick, auf das was noch durch die Corona-Krise kommen mag.

10 Millionen Menschen auf Kurzarbeit

So meldete die Bundesagentur für Arbeit (BA) etwa 2,64 Millionen Arbeitslose. Das sind 308.000 mehr Erwerbslose als noch im Vormonat. Gut 802.000 weitere De-facto-Arbeitslose sind nicht in der Arbeitslosen-, sondern in der separaten Unterbeschäftigungsstatistik enthalten. Hinzu kommen rund 10 Millionen Menschen, die derzeit in die Kurzarbeit durch ihren Arbeitgeber geschickt wurden. Die Zahlen wurden durch die BA bereits am 14.April 2020 erhoben und zeigen sehr wahrscheinlich nicht das wahre Ausmaß der Corona-Maßnahmen am Arbeitsmarkt.

Nach Angaben des Instituts für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) sind außerdem nahezu 931.000 ebenfalls faktisch Arbeitslos, darunter:

– knapp 591.000 Menschen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen,

– rund 38.000 am Tag der Erfassung Krankgeschriebene und

– knapp 173.000 über 58-Jährige, die innerhalb der letzten 12 Monate kein Jobangebot erhielten.

Etwa 3,5 Millionen Menschen arbeitslos

Somit kann davon ausgegangen werden, dass die tatsächliche Arbeitslosenzahl derzeit bei fast 3,5 Millionen Menschen für den Monat April 2020 liegt. Gegenüber dem Vormonat hat allerdings die Zahl der “inoffiziellen” Erwerbslosen um rund 124.000 Menschen abgenommen. Das könne laut ISAM daran liegen, dass ein Rückgang der Teilnehmerzahlen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen aufgrund der Corona-Maßnahmen durch Schließungen zu verzeichnen ist.

Zahlen zur Kurzarbeit vorab gemeldet

Die Zahlen zur Kurzarbeit werden eigentlich erst nach 2 Monaten veröffentlicht. Aufgrund der Krise teilte die BA die Zahlen für den Monat April bereits Mitte April mit.

 

Aus Gegen Hartz IV

REGE: Die Realität in der Coronakrise – Ein Reinheimer berichtet …

Ich bin vor zwei Wochen wegen der Coronakrise gekündigt worden, weil ich bei dieser Arbeitsstelle nur zur Probe arbeitete.

Leider habe ich so nur acht Tage Anspruch auf das ALG 1 und musste in Folge das unmenschliche Hartz IV beantragen.

Man hört in den Medien, der Antrag sei vereinfacht worden, es soll unbürokratischer sein und eine Vermögensüberprüfung fände nicht mehr statt.

Ich stellte den Antrag und erhielt ein Schreiben, was ich alles noch einreichen muss – darunter auch die Vermögensüberprüfung. Ich rief in der KFB an und fragte, warum der Arbeitsminister so etwas sage und die KFB halte sich nicht daran.

Man antwortete mir, dass der Arbeitsminister sagen könne, was er wolle, im Landkreis Darmstadt-Dieburg sei man eine Optionskommune und keine der Bundesanstalt für Arbeit (wie in Darmstadt). Und da bestimme der Landkreis Darmstadt-Dieburg und der Arbeitsminister könne sich seine Vereinfachungen in die Haare schmieren.

Wenn ich Geld haben möchte, solle ich gefälligst die vom Landkreis geforderten Unterkagen einreichen. Basta!

Heute erhielt ich nochmals ein Schreiben mit neuen Wünschen der KfB.

Ich möchte anmerken, ich leide an Depressionen und bin in Behandlung. Hartz IV überlebe ich nicht.

Das ist nur ein Bericht aus vielen Hunderten Bürgern Reinheims, die meist als Leiharbeiter bei renommierten Reinheimer Firmen für 11 € brutto tätig waren. Nun bekommen sie Kurzarbeitergeld. Soll heißen, 6,60 € brutto. Damit können sie weder Miete zahlen, noch leben. Also sind sie davon betroffen, über Hartz IV im Landkreis Darmstadt Dieburg ihren Verdienst aufzustocken. Sie müssen wochenlang warten, bis über 30 Formulare ausgefüllt und vorgelegt wurden. Die REGE hilft und arbeitet unter Volldruck und höchster Belastung.

Wann wird endlich ein Rettungsschirm der Erleichterung bei der Beantragung von Leistungen seitens des Landkreises Darmstadt-Dieburg für die Betroffenen aufgespannt? Wann werden endlich von offizieller Seite diese Fakten in Reinheim und Umgebung zur Kenntnis genommen und Maßnahmen zur Linderung beschlossen? Der REGE würde es schon reichen, wenn die Regierung den Optionskommunen einige Tritte in die Weichteile verpasst, um ihnen klarzumachen, dass sie sich in Krisenzeiten keine Alleingänge erlauben können.

Der REGEvorstand