REGE: Der Armut in die Augen schauen…

Jährlich in der Weihnachtszeit gibt die Reinheimer Erwerbslosengemeinschaft REGE e.V Gutscheine des Lajos Lebensmittelmarktes an Bedürftige aus. Jährlich steigt die Anzahl derer, die Hilfe suchen. Dieses Jahr wurden 231 Lebensmittelgutscheine im Wert von 9900 € an Grundsicherungsbezieher und Asylbewerber ausgegeben. Eine solche Summe aufzuwenden, ist für die REGE nur möglich, da 5000 € an Spenden gezahlt wurden. Danke an alle Spender.

Voraussetzung für die Ausgabe der Gutscheine war die Vorlage der Bescheide nach dem Sozialgesetzbuch (SGB).

750 Bürger – soviel wie niemals zuvor – erschienen dieses Mal bei der REGE.

Diese Ausgabe von Gutscheinen ist eine Möglichkeit der wahren Armut in Reinheim in die Augen zu schauen und den Problemen der armen Menschen zuzuhören. Immerhin nutzten zwei Vertreter des Darmstädter Echos diese Möglichkeit.

In Zeiten, wo ganz viele Bürger darüber reden, wie viele und welche Weihnachtsgeschenke man kaufen möchte, gibt es weit über tausend Bürger Reinheims, die in bitterer Armut leben.

Die stellen sich – teils stundenlang – für solche Gutscheine an.

Kein Mensch bettelt gerne. Niemand stellt sich gerne in eine 100 Meter lange Schlange, um diese Gutscheine zu erhalten.

Die Sozialleistungen nach dem SGB ermöglichen nicht die Teilnahme an einem normalen Leben. Dazu kommt, dass die Bestimmungen des SGB und die Formalitäten zur Antragstellung für einen Normalbürger so unverständlich sind, dass es ihm ohne Hilfe nicht gelingt, wenigstens das ihm Zustehende zu bekommen, indem er Widerspruch gegen den Bescheid einlegt. Viele sind auch  sprachlich dazu nicht in der Lage.

Wenn dann Schulden für Miete, Strom und dergleichen entstehen, wird die Lage hoffnungslos.

Die REGE tut ihr Möglichstes, um diesen Menschen zu ihrem Recht zu verhelfen.Man sagt „Wer die Armut in Reinheime sehen will, der kann sie sehen. Man muss nur hin- und nicht wegschauen.“ Aber unsere Möglichkeiten als Verein, der ehrenamtlich tätig und auf Spenden angewiesen ist, sind begrenzt.

Dringend notwendig ist deshalb eine Stelle auf kommunaler Ebene, die diese Aufgaben übernimmt.

Die Reinheimer Politiker sind aufgerufen, die Armut in der Stadt wahrzunehmen und sich für ihre ärmsten Mitbürger einzusetzen. Das hofft die REGE…

Werner Bischoff

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