REGE: Wolfgang Krenzer ist verstorben

Plötzlich und unerwartet ist unser Kassierer Wolfgang Krenzer am 23.01.2023 verstorben. Er übernahm kommissarisch in einer schwierigen Situation die Position der Vereinsrechners.

Er begleitete, zuletzt im Pflegeheim Kursana Otzberg, die geplante Schließung der REGE zum 31.12.2023.

Er hinterlässt in unserem Verein eine Lücke, die wir kaum noch schließen können. Er lernte Aufklärung und Details über die Grundsicherung kennen,

er war neugierig und oft erschüttert, was mit den von Grundsicherung betroffenen Menschen passiert.

Er war bereit, der Entrechtung der Menschen durch das Bürgergeld entgegenzutreten.

Ihm lag es neben seiner Rechnertätigkeit am Herzen, dass ein Ruck durch diese Region geht, auf das die Demontage der sozialen Sicherungssysteme aufhört und die Bevölkerung aufgeklärt wird.

Der Kampf gegen Armut, gegen Entrechtung und für Menschenrechte war für ihn unzertrennbar mit der Solidarität in der REGE verbunden.

Wolfgang Krenzer begleitete uns noch kürzlich bei der Scheckübergabe mit Janine Wissler und Christiane Böhm von der LINKEN.

Er diskutierte mit mir jeden Mittwoch in Otzberg über das weitere Vorgehen in der REGE. Er war voller Pläne und hatte fest vor, bis zur Schließung der REGE, bis zum 31.12.2023, durchzuhalten und seine Vorstandsarbeit zu erledigen.

Nun beendete der plötzliche Tod alle Pläne. Er hinterlässt uns ratlos, voller Sorgen und nicht wissend, wie wir Wolfgang ersetzen sollen.

In seinem Sinne ist es, den Verein REGE auf jeden Fall bis zum 31.12.2023 am Leben zu halten.

Unsere besondere Anteilnahme gilt seiner Familie und seinen Angehörigen. Wolfgang war ebenfalls Mitglied des Reinheimer Kreises. Auch dort wird er eine nicht zu ersetzende Lücke hinterlassen.

Er war Motor, geduldiger Zuhörer und verständnisvoller Diskussionspartner in der REGE. Er war mein Freund. In schwierigen Zeiten wird er uns allen fehlen.

Wir denken solidarisch an Wolfgang KRENZER:

Es läge in seinem Sinn, wenn jemand bis 31.12.2023 mit meiner Anleitung die restlichen Aufgaben des Kassieres oder der Kassiererin übernähme.

WERNER BISCHOFF

Vorstand der REGE

Werbung

REGE: Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt?

So heißt es in einem Karnevalslied von 1954. Was spaßig gemeint war, wird heute bitterer Ernst. Alles wird teurer und der Reallohnverlust beträgt 4,7 Prozent. Trotz Energiepreisbremse wissen viele nicht, wie sie ihre Rechnungen zahlen sollen.

Wir können vor lauter Sorgen nachts nicht schlafen“, so sagte uns die Mutter einer Familie.

Wir wissen weder ein noch aus. Unser Haushaltsstrom steigt von 90 Euro im Monat für 3 Personen auf 361 Euro. Wir sollen an den Grundversorger bis zum 31. Januar 2023 1.400 Eurozurückzahlen, sonst stellt er uns den Strom ab.“

Die Familie bezieht Bürgergeld und erhält dort 120 Euro für den Haushaltsstrom. Den Rest soll sie selbst zahlen. Dazu kommt noch, dass ihr Sohn rückwirkend ab 1. September 2022 Sozialhilfe beantragen soll. Die Mitarbeiter im Sozialamt sind hoffnungslos unterbesetzt. Beiihnen sei Land unter, sagen diese uns ganz offen. Leidtragende ist die Reinheimer Familie. Denn neben Stromkosten müssen weiter auch die Sozialleistungen tragen.

Wir empfahlen der Familie zu einem Anwalt des Sozialrechtes zu gehen, selbst der war über den Fall in seiner ganzen Härte mehr als überrascht. Es kann nicht sein, dass im Landkreis Darmstadt-Dieburg ein Bürger jeden Monat 80 Euro für den Strom aus dem Bürgergeld zahlen soll.

Der Anwalt wird beim Jobcenter ein Darlehen auf Energieschulden gemäß § 22 Absatz 8 beantragen. Wir werden Druck auf das Sozialamt ausüben, dass endlich der Sohn in das Sozialgesetzbuch XII aufgenommen wird.

Wir suchen den Energieversorger auf, um nach günstigeren Varianten als die 361 Euro im Monat zu suchen. Dank aller Sparmöglichkeiten soll die Reinheimer Familie nun anstatt 361 Euro nur noch 240 Euro zahlen. Mehr ginge nicht.

Es sind keine guten Nachrichten für die, die schon heute kaum ihre Rechnung zahlen können.

Es ist der Eindruck der REGE, dass die Ärmsten heute die Zeche heute zahlen sollen für die Profiteure der Vergangenheit.

Und jetzt alle:

Wer soll das bezahlen?

Wer hat das bestellt?

Wer hat so viel Pinkepinke,

Wer hat so viel Geld?

Werner Bischoff REGE

REGE: Linker Besuch bei der REGE

Janine Wissler und Christiane Böhm übergaben am 22.Dezember 2022 eine Spende in Höhe von 500 Euro seitens des Abgeordnetenvereines der Bundestagslinken an die REGE e.V. in Reinheim. „Dieser rührige Verein unterstützt seit 12 Jahren Menschen in sozialen Nöten. Es wird zu Behörden begleitet, beim Ausfüllen von Anträgen geholfen, sie erhalten Hilfe beim Ausfüllen von Widersprüchen und Überprüfungsanträgen“, so ihre Erkenntnis. Janine Wissler ist Bundestagsvorsitzende der Partei DIE LINKE, Christiane Böhm dagegen Landesvorsitzende im hessischen Landtag für DIE LINKE.

Auch wenn kein Geld mehr da ist, die REGE hilft. Zum Beispiel durch das Verteilen von Lebensmittelgutscheinen am 07. November 22 vor dem Lajos Edeka Markt. Zunehmend erscheinen immer mehr Bürger in Reinheim zu dieser Gutscheinausgabe.

Der geschäftsführende Vorstand der REGE bedankt sich bei der LINKEN.Der geschäftsführende Vorstand der REGE bedankt sich bei der LINKEN.

Die LINKE wünscht im Rahmen ihres Besuches viel Kraft, viel Mut und viel Hilfe für die Zukunft.

Von links nach rechts

REGE Vorsitzender Werner Bischoff

Janine Wissler DIE LINKE

Wolfgang Krenzer (sitzende) Rechner

Christiane Böhm DIE LINKE

Atissa Arshadi (REGE)

Werner Bischoff

REGE: Frohe Weihnachten?

Das Thema Armut ist gegenwärtig brisant. Die Fakten sind alarmierend.

In Reinheim gibt es immer mehr bedürftige Menschen. Durch die Pandemie stieg die Armutsquote in Reinheim gewaltig an. Der Krieg in der Ukraine hat die Lage noch verschärft.

Von den 16.000 Einwohnern in Reinheim leben geschätzte 2.000 Menschen unter der Armutsgrenze. Wir sprechen hier von der relativen Armut. Arm zu sein bedeutet in diesem Sinne Mittellosigkeit, Verschuldung und dauerhafter Mangel an notwendigen Gütern, die es den Familien ermöglicht, ein halbwegs normales Leben zu führen. Armut bedeutet Verlust an gesellschaftlicher Wertschätzung, öffentlichem Ansehen und Selbstbewusstsein. Als bedürftig gilt, wer weniger als 60 Prozent des gesellschaftlichen Reichtums zur Verfügung hat.

Schon vor dem Krieg, den Russland gegen die Ukraine führt, war die Armut für Reinheim ein dringendes soziales Problem. Viele Reinheimer Bürger müssen die Tafeln in Groß-Bieberau und Dieburg aufsuchen. Aber jetzt explodieren die Preise für Lebensmittel, Energie und Mieten. Alles ist teuer. Deutschland steuert auf eine Rezession zu, dies geht an Reinheim nicht spurlos vorüber.

Wir von der REGE werden uns auch im Jahr 2023 für Menschen in Armut einsetzen. Wir versuchen ihnenim Idealfall finanziell zu helfen und ihnen mit Respekt gegenübertreten.

Gerade in der Weihnachtszeit ist es oftmals sehr hart für diese Familien. Die Kinderarmut ist in Reinheim nicht wegzuleugnen. Doch dies merken die Politiker nicht, jedenfalls nicht in dem Maße, wie die Armut existiert. Es sind Parlamente, die oft selbst arm sind und z.B. die Wasserkosten erhöhen möchten, um ihren Haushalt zu retten.

Wir danken den vielen Helfern und Spendern der REGE und bitten im Jahr 2023 um weitere Unterstützung.

Alles Gute in den Feiertagen und erdenklich Gute für 2023, das wünscht

Der Vorstand der REGE

REGE: Immer mehr Menschen in Not

Professor Meuler aus Groß-Umstadt, einer der größten Förderer der REGE, schrieb zu einem Artikel im Darmstädter Echo am 28. November der Redakteurin Frau Friedrich:

Sie hat einen sehr anschaulichen und grundsätzlichen Artikel verfasst, in dem nicht nur diese sensationelle Aktion (Ausgabe der Gutscheine) sondern vor allem die grundsätzliche Einzigartigkeit der schon 12 Jahre von dir geleiteten REGE samt unabwendbarem Abbruch sehr eindrücklich geschildert wurde. KLASSE!“

Was war geschehen? Bereits zum achten Mal gibt die REGE Gutscheine für Bedürftige vor dem Lajos Edeka Markt aus. Wir gaben bisher weit mehr als 100. 000 Euro hier aus.

Im Kriegsjahr 2022 wurden dabei viele Gutscheine an ukrainische Flüchtlinge ausgegeben. Es standen Menschen mit besorgten Mienen, die ihre Männer im Krieg an der Front zurücklassen mussten. Hier für Gutscheine von 80 bis 100 Euro.

Besonders die Reinheimer Bürgerin Irina Eberc half mit ihrer Übersetzung vom Russischen in das Deutsche. Sie kam vor 20 Jahren mit Ehemann, einem Spätaussiedler nach Reinheim. Sie studierte Geologie bezieht Hartz IV und muss mit täglicher Reinigungsarbeit für 13 Euro die Stunde aufstocken. Sie will an die REGE etwas zurückgeben. Etwas das sie durch uns und sonst niemanden erhalten hat. Beratung rechtssichere Hilfe beim Betteln gegenüber das allzu mächtige Jobcenter des Landkreises Darmstadt-Dieburg zu geben.

Sie als Russin sagte auch, ich bin gegen den Krieg. Es sei Wahnsinn was mit den Menschen in Russland und in der Ukraine gemacht werde. Mir sagte sie, sie sei gegen Waffenlieferungen. Die verstärken und verlängern diesen Krieg. Es müsse endlich mit Putin verhandelt werden.

Ich kaufe Obst und Gemüse, sagte eine 57 jährige Reinheimerin. Die Grundsicherung reicht kaum zum Leben.

Die Armut an diesem Morgen hatte viele Gesichter. Besonders viele alleinerziehende Mütter waren anwesend. Diese haben es besonders schwer. Eine Formularwut trifft sie und ohne Hilfe können sie diese kaum lösen. Unterhaltsvorschuss beim Jugendamt Kindergeldantrag, Elterngeld, Mutterschaftsgeld, Scheidungsurteil und Unterhaltsformulare 1 bis 3 des Jobcenters ausfüllen kompletter Mietvertrag, Vermieterbescheinigung 3 Monate Kontoauszüge, Einwohnermeldeamtsbescheinigung bei der Stadt Reinheim. Identdifikationsnummer für sich und die Kinder Mitgliedsbescheinigung der Krankenkasse. Wann endlich unternimmt der Kreistag etwas gegen diesen Papierwahnsinn!

Die REGE, 90 Mitglieder an der Zahl, steht vor dem AUS. Einige der Vorstandsmitglieder haben krankheitsbedingte Handicaps. Wenn wir keine jüngeren Nachfolger finden, die bereit sind fast ihre gesamte Freizeit in Dienst der Ärmsten zu stellen und dies kostenlos dazubringen, ist es aus und vorbei. Dabei ist es wichtig, das Typische an der REGE bestehen zu lassen. Sozialberatungen gibt es viele – aber keine in der Art der REGE.

Helmut Ortgies (Beisitzer) aus Groß Zimmern sagte, die REGE ist die Lobby für sozial schwache Menschen. Für diesen Verein sehe er keine Alternative. Wir kommen mit unseren 2011 gegründeten Vereinen an unsere Grenze. Das schmerzt, es schmerzt sein Herzblut. Die unbürokratische Hilfe aufzugeben. Viele werden ab 2024 diese Hilfe vermissen so Bischoff.

Diese Gutscheine der REGE seien ein wichtiges Geschenk in der vorweihnachtlichen Zeit, für diejenigen die von wenig mehr als 5 Euro pro Tag leben sollen, denen das Kindergeld am Hartz IV Einkommen gekürzt wird, denen der Strom im Regelsatz schon längst nicht mehr reicht, die von nicht Wenigen noch als Faulenzer der Nation betitelt werden.

Wir sagen DANKE an alle die uns halfen. Wir sagen DANKE an Irina Eberc, an Hamod Ahmad, an Brigitte, an Gisela, an Helmut, an Wolfgang und an alle die uns jahrelang halfen. Noch bis 31.12.2023 gibt es uns. Vielleicht geschieht noch ein kleines Wunder denn an Wunder glauben, sollte man nie aufgeben.

Werner Bischoff

REGE: Vielen Dank für 2.248 Euro

Die REGE berichtet in den Reinheimer Nachrichten über das Leben der Bürger in Grundsicherung. Das bringt uns nicht nur politische Freunde. Den sozialen Tatsachen in die Augen schauen, ist auch oft für die etablierten Parteien der Beginn eines Konflikts mit der REGE. Dabei könnten die Zustände geändert werden, wenn nur der politische Wille vorhanden wäre. Man könnte solche Fälle, wie den im Folgenden geschilderten, wenn man wollte.

Eine vierköpfige Familie aus Reinheim meldete sich bei uns:

Das Jobcenter Darmstadt-Dieburg hat sich gemeldet. Wir erhalten eine Nachzahlung von 2.248 Euro. Vielen vielen Dank nochmals. Danke für eure große Unterstützung. Ohne euch hätten wir das nie bekommen. Dies ist für uns ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk.“

Was ist geschehen?

Die Eltern mit zwei Kindern – 12 und 17 Jahre alt – wohnen im fünften Stock eines Sozialblocks in Reinheim. Das Jobcenter kürzte denen jeden Monat mit 92 Euro die Heizkosten von ursprünglich 250 Euro im Monat am Lebenserhalt. Die Größe der Wohnung ist mit 80m² angemessen. Es ist bekannt, dass im fünften Stock eines Gebäudes ein erhöhter Heizbedarf besteht. Nicht so im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Da wird gekürzt, was das Zeug hält, in der Hoffnung, dass die bedürftigenMenschen das nicht merken. Als die REGE sich einschaltete, kam ein neuer Bescheid an die Familie. Nun betrug die Kürzung der Heizkosten plötzlich 150 Euro. Auf die Frage, ob der Sachbearbeiter die Familie mit unserer Hilfe zum Anwalt zwingen möchte, erwiderte der Sachbearbeiter nur irgend etwas von einem Systemfehler und nicht glaubhaften Ausreden.

Dann zeigt das Jobcenter dennoch Kulanz. Die Familie erhielt rückwirkend zum 01.01.2021 insgesamt 2.248 Euro zurück. Ein hart erkämpftes Geld. Hierauf besteht ein Rechtsanspruch. Fast 23 Monate vom Jobcenter für 100 Euro monatlich um sein Recht gebracht zu werden, sollte auch ein Schlag in das Gesicht derjenigen sein, welche die Arbeit des Jobcenters loben.

Die Familie hat dieses Geld mehr als verdient. Jetzt wo fast alle Preise an die Decke gehen, ist es für die Familie ein soziales Geschenk.

Die Macht mancher Sachbearbeiter über die Bedürftigen Menschen muss kritisiert werden. Das macht die REGE. Obwohl wahrlich nicht alle Sachbearbeiter grundsätzlich gegen die Bedürftigen sind, und einige auch wirklich helfen, ist die Arbeit der REGE wichtig. Gerade die Bedürftigen leiden in den heutigen Zeiten enorm. Und vieles spricht dafür, das es auch mit dem neu geschaffenen Bürgergeld oder der strategischen Sozialplanung. von der Kreis-SPD beworben, so weiter geht.

Schade, dass ab 2024 die Aufdeckung der Fehler des Jobcenters Darmstadt-Dieburg beendet ist. Leider finden wir keine ehrenamtliche Helfer, die sich von morgens bis abends um die Sorgen der Ärmsten kümmern. Leider. Vielleicht geschieht noch ein Sozialwunder.

Werner Bischoff REGE

REGE: Mehr Kinder, mehr Armut?

Unsere Reinheimer Bürgerin, verheiratet hat vier Kinder und wohnt in einem der Reinheimer Sozialblocks. Eigentlich ist die Wohnung viel zu klein für sechs Personen. Aber wie sollen diese Aufstocker in Hartz IV eine 105 m ² große Wohnung in Reinheim bekommen, dazu noch bezahlbar? Ihr Mann geht zwar arbeiten, aber das Gehalt geht für Miete, Rechnungen, Steuern und Essen drauf. Sie erhält viermal Kindergeld und davon soll die Familie leben. Eine Tochter ist an Multipler Sklerose erkrankt. Die andere Tochter studiert.

Jede kleine Zusatzausgabe bringt das Budget der Familie durcheinander, was durch die gegenwärtige Inflation nicht besser wird. Z.B. als ihre Tochter 700 €uro für die Führerscheinprüfung zahlen soll, sonst werde sie nicht zugelassen. 200 €uro hat sie von ihrem Weniger ersparten, aber woher den Rest nehmen? Es eilt, die Fahrschule macht Druck. Die REGE weiß, diese Familie erhielt schon öfters Darlehen. Sie zahlte bisher pünktlich zurück. Wir gaben ihr diese 500 €uro mit der Auflage sie müsse nur 400 €uro zurückzahlen.

In Reinheim gibt es 400 Kinder, deren Eltern von Grundsicherung leben.

Der Volksmund sagt oft „Wenig Grips – aber Kinder in die Welt setzen!“ Dieser Bericht soll mit dem Vorurteil aufräumen, wonach ungebildete Menschen besonders viele Kinder auf die Welt bringen würden.

Tatsächlich, so unsere Erfahrungen, sind Eltern kinderreicher Familien und deren Kinder besonders gut ausgebildet.

Ganz viele kinderreiche Familien haben Migrationshintergrund. Sind sie deswegen ungebildet? NEIN!

Den Familien fehlt es an Geld. Kinder zu erziehen ist in Deutschland ein finanzieller Nachteil. Die geschilderte Familie ist nur ein Beispiel, dem noch viele Erlebnisse der REGE folgen könnten. Knapp ein Fünftel der kinderreichen Familien beziehen Hartz IV. Von der Kindergelderhöhung auf 250 Euro zum 01. Januar 2023 haben sie nichts. Das wird in Deutschland beim Hartz IV Einkommen wieder abgezogen, die Menschen werden legal arm gehalten.Das Gesetz hat noch keine Partei in Deutschland geändert. Damit werden diese Familien von finanziellen Engpässen und Sorge um den bezahlbaren Wohnraum begleitet. Dazu kommen noch die Benachteiligungen im Alltag, wie die hohen Kosten des Öffentlichen Personen Nahverkehr, steigende Kosten für den Besuch des Schwimmbades oder die viel zu teuren Eintrittsgelder für den Besuch der Kulturveranstaltungen in Reinheim.Dabei wäre soziale Anerkennung in Reinheim gerade für diese Familien angebracht.

Mit dem Kindersozialfonds und der REGE gibt es zwei Vereine, die nachhaltig helfen. Aber wie sieht es in Groß Zimmern aus? Dort sind die Armutszahlen noch höher als die in Reinheim. Oder in Ober-Ramstadt, Münster, Pfungstadt?

Mit dem Prinzip Gießkanne wurde das Kindergeld auf 250 Euro erhöht. Dabei bräuchten diese Erhöhung nicht alle. Ich kenne Familien, die sagen mir ganz offen, es brauchen die kinderreichen Familien im Grundsicherungsbezug. Denen wird es aber am Hartz IV abgezogen. Soll mir einer sagen, was ist da noch gerecht ist? Die Rettung, so die Politiker der Ampel, soll die Kindergrundsicherung sein. Die wurde auch solidarisch auf 2023 verlegt, doch die Auszahlung frühestens 2024! Hiervon sollen Kinder spezifische Bedarfe für die Bedürftigen die Kinderkassen füllen.

In der Frage Kinderarmut gibt es viel zu tun. Vereine wie die REGE und der Kindersozialfonds Reinheim sollten finanziell und organisatorisch gestärkt werden und nicht wie die REGE wahrscheinlich wegen Arbeitsüberlastung in der Armutskrise und fehlendem Personal ab Ende 2023 ihre Pforten schließen. Mir ist verständlich, dass es schwer ist, Menschen zu finden, die tagtäglich und mit finanzieller Belastungen in diesen Vereinen ihre Freizeit ausfüllen und sich dort zu engagieren. Da gibt es für viele Besseres zu tun. Das Ehrenamt leistet vieles, aber es kann in der Krise nicht für alles zuständig sein. Das wird erwartet. Die Politik ist gefordert, oder ist sie überfordert? Die Zukunft wird es zeigen.

Werner Bischoff

REGE: Das Lob der Professoren

Frau Professor Doktor Annegret Lenze ist Juristin und Richterin. Die promovierte Juristin war seit 1989 Richterin im Sozialgericht Bremen. Dort erlebte sie alles um HartzIV. Sie kann die Arbeit der REGE gut einschätzen. Am 12. Oktober war sie Gast in der REGE und hielt den Vortrag „Armut für alle? Zukunft des Sozialstaates“.

Heute unterrichtet sie als Professorin für Familien und Jugendhilferecht an der Hochschule Darmstadt. Als nach ihrem Vortrag in Reinheim eine Bürgerin zu mir kam, und sich herzlich bei mir für die Hilfe bedankte, spendete Frau Lenze der REGE jährlich 500 Euro sowie auch in diesen Jahr.

Der anerkannte Soziologe Professor Doktor Michael Hartmann hat bis zu seiner Emeritierung an der TU in Darmstadt gelehrt. Am 31. März 2014 referierte er in Reinheim über das Thema: „Reichtum für Wenige – Armut für viele? Sieht so die Zukunft aus?“.

Niemand geht mit den Eliten des Landes so hart in Gericht wie Professor Doktor Hartmann. Er kritisiert, dass auch in der größten kapitalistischen Krise der Schere zwischen Reichtum und Armut immer weiter auseinandergehen. Von der Idee der REGE, eines ehrenamtlichen gemeinnützigen Vereins in Südhessen war er begeistert. Seitdem spendet er der REGE jährlich hohe Beträge. Dieses Jahr 800 Euro.

Der emeritierte Professor Meuler war bis 2003 Professor für Erwachsenenausbildung an der Universität in Mainz. Heute lebt er in Groß- Umstadt. Auch er schloss sich dem fachlichen Lob der Vorgänger an. Seither erhalten wir jeden Monat 80 Euro.

Nur durch solche Spenden sind wir in der Lage, so und unbürokratisch zu helfen, wie wir es in Reinheim tun.

Lasse dir dein Lebenswerk nicht kaputt machen, von niemanden“ – dieses Motto hat die REGE von Professor Meuler übernommen.

Bis Ende 2023 geben wir alles.

Werner Bischoff REGE

REGE: Der Kampf gegen die Ämter

Der 62 Jahre alte Reinheimer Bürger lebt von einer Erwerbsminderungsrente (670 € ) und Wohngeld (270 €). Damit kann er in eher bescheidenen Verhältnissen existieren. An Miete muss er 510 € zahlen.

Doch damit ist seit 01. Oktober 2022 Schluss.

Zum Verständnis: Der Bürger leidet an

  • Koronarer 3 Gefäßerkrankung nach Bypassoperation
  • indolenter B – Non Hodgin Lymphon (Hautdrüsenkrebs)
  • Lendenwirbelsyndrom

Jedoch nach Begutachtung der Rentenversicherung („Folgen sie meinem Finger mit den Augen – beugen sie sich nach vorne“) soll er ab 01. Oktober 2022 insgesamt 6 Stunden am Tag wieder arbeiten. Die „EU Rente“ wurde eingestellt.

Die REGE vermittelt zu einem Anwalt. Der legt Widerspruch gegen die Entscheidung der deutschen Rentenversicherung ein.

Gleichzeitig wurde der Reinheimer Bürger gebeten, seinen aktuellen Gesundheitszustand bei den Ärzten dokumentieren lassen.

Nun kann er aktuell seine Miete nicht mehr zahlen und sein Existenzminimum kann er auch nicht aufrecht erhalten. Es droht die Kündigung der Wohnung.

Er muss noch im Oktober einen Antrag auf Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem SGB II (Hartz IV) stellen. Erfahrungsgemäß dauert dies bis zur Gewährung 6 Wochen. Er muss daher mit dem Gang zum Sozialgericht drohen, wenn nach Vorlage aller wichtigen Unterlagen keine Entscheidung geschieht.

Nun sind die Sachbearbeiter der deutschen Behörden nicht von Grund auf gegen die Bedürftigen eingestellt. Nein, sie sind personell unterbesetzt. Sie müssen Gesetzen, Anweisungen und Vorgaben folgen, die nur eines bewirken: Geld von der deutschen Rentenversicherung auf das Jobcenter des Landkreises Darmstadt Dieburg umzuverteilen. Dazu ist jedes Mittel Recht. Leidtragender ist der Reinheimer Bürger.

Es ist für jeden mit etwas Verstand offensichtlich, dass der Mann keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen kann. Aber vor Schikane schützt ihn das nicht … wenn da nicht die REGE und ein Anwalt wäre.

Dafür erhielt er von der REGE einen 80 € Lebensmittelgutschein. Damit kann aktuell die Not des Reinheimer Bedürftigen gelindert werden. Außerdem fanden wir einen Weg, dass wenigstens die Miete für November übernommen werden kann.

Werner Bischoff REGE

REGE: Sozialer Doppelwumms aus Reinheim

51 Menschen aus Reinheim und Umgebung spendeten der REGE insgesamt 7865 Euro. Es sind Menschen, welche die soziale Arbeit des ehrenamtlichen Vereines REGE in und um Reinheim achten. Nur durch solche Spenden können wir am 1. Advent (27.11.) 20.000 Euro an Lebensmittelgutscheinen bei Lajos Edeka Markt in Reinheimverteilen. Diese spendablen Menschen sehen, dass die Existenzangst unter den Menschen wächst. Es droht eine massive Verarmung.

Ob bei Lebensmitteln, den Energiekosten, der Miete oder anderen Ausgabenposten. Die Preise steigen in hohem Tempo, besonders für diejenigen, die schon vor der Krise finanziell nicht über die Runden gekommen sind.

Das sind prekär Beschäftigte, verarmte Rentner und Betroffene von Grundsicherung. Für sie ist die Aussicht auf Herbst und Winter äußerst düster. Viele Menschen aus Reinheim und Umgebung fürchten, bald ohne Heizung und Strom zu sein, oder am Ende des Monates zu hungern. Das bisher von der Bundesregierung geplante Entlastungspaket ändert da wenig, es ist völlig unzureichend. Den größten Anteil beim jüngsten Entlastungspaket hat zudem die geplante Steuerentlastung, von welcher der Chefarzt achtmal so viel profitiert, als die Kassiererin.

Das geplante Bürgergeld setzt, trotz kleiner Verbesserungen, HartzIV als System der Verarmung und der Angst weiter fort. Daran ändert auch die ab 01.01.2023 geplante Erhöhung der Regelsätze von 449 Euro auf 502 Euro wenig. Die Anpassung kommt viel zu spät und ist viel zu niedrig. Auf den Tag stehen Betroffenen rund 512 Euro pro Tag zu, wenn das Jobcenter nicht schon für Darlehen, oder die Mieten sowie eine Sanktion Geld kürzt.

Von circa 5,00 Euro pro Tag sollen Lebensmittel, Strom, Kleidung, Schuhe, Anschaffung von Möbel und vieles andere bezahlt werden. Eventuellhat man noch einen PKW. Dann wird es düster.

Gut, dass es in Reinheim die REGE und den Kindersozialfonds gibt. Wir spüren die Existenzangst, die Not und die massive Verarmung. Diese Menschen haben Angst, um sich und ihre Kinder, sowie ihre Zukunft. Schön, dass es in Reinheim eine so große Solidarität der Hilfsbereitschaft gibt und Menschen die sozialen Probleme so wie die REGE verantwortlichen sehen.

Wir sagen DANKE! Wir sagen, ohne diese spendablenMenschen hätten viele noch viel mehr finanzielle Probleme. Nach der Ausgabe der Gutscheine werden wir über Menschen berichten und über das was sie mit einem 100 Euro Gutschein machen.

Von den Reinheimer Parteien hat nur der Reinheimer Kreis eine ansehnliche Spende gemacht. Auch der Landrat, der Bürgermeister halfen.

Wer sich der Spendenaktion anschließen möchte:

DE88 5085 2651 0175 1059 31 REGE e.V.

Sparkasse Dieburg

Werner Bischoff REGE